Von Kindern, die zum Vernunftgebrauch gelangt sind


Der 33. Sonntag im Jahreskreis gehörte wieder einmal unseren Kindern. Genau gesagt jenen Kinder, die sich auf das Fest der ersten heiligen Kommunion vorbereiten.

 

 

Text+Fotos: Manfred Kainrath

 



So höret:

 

„Pflicht vor allem der Eltern und derer, die an Stelle der Eltern stehen, sowie des Pfarrers ist es, dafür zu sorgen, daß die Kinder, die zum Vernunftgebrauch gelangt sind, gehörig vorbereitet werden und möglichst bald, nach vorheriger sakramentaler Beichte, mit dieser göttlichen Speise gestärkt werden. Der Pfarrer hat auch darüber zu wachen, daß nicht Kinder zur heiligen Kommunion hinzutreten, die den Vernunftgebrauch noch nicht erlangt haben oder die nach seinem Urteil nicht ausreichend auf den Kommunionempfang vorbereitet sind.“

 

Dies ist ein Auszug aus dem Kodex des kanonischen Rechts (Can. 914), des Gesetzbuches des Kirchenrechts der katholischen Kirche. Er beschreibt die Pflichten bei der Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion. 

Den etwas ungewohnten Begriff des Vernunftgebrauchs gibt es so auch nur in der westlichen katholischen Kirche, die sich im Laufe der Zeit dazu entschieden hat, Kindern die erste heilige Kommunion nicht bei der Taufe, sondern erst dann zu geben, wenn das Kind verstehen kann, worum es dabei geht.

 

 

Gott sei Dank ist der Erstkommunion-Unterricht nicht so sperrig wie dieser Text, im Gegenteil, wie wir am 19. November bei der Kindermesse miterleben durften, werden mit den Kindern auf spielerische Art und Weise die verschiedenen Themen rund um die Bereiche Eucharistie und Bußsakrament erarbeitet. Diesmal das Thema, welche Begabungen haben wir und wie gehen wir damit um?

 

Auf die einleitende Frage von Pfarrer Pawel Marniak, was wir denn gut können, kamen die unterschiedlichsten Antworten.

 

Von „tanzen“ über „gut zuhören“, „Fußball spielen“, „singen“ bis zu „Religion unterrichten“ und „viel reden“ war alles dabei, nicht zuletzt gibt es ein Gruppe von Menschen, deren Talent es unter anderem ist, die Kinder bei ihrer Erstkommunionsvorbereitung zu begleiten.

 

Wie es in Baumgarten bei Kindermessen mittlerweile Tradition ist, wurde auch diese für die vielen Kinder ganz besondere Messe von unseren Singvögeln (unserem Chor für die Jüngsten) begleitet.

 

Nach dem KISI-Klassiker Bravo Bravissimo (zur Hörprobe bitte anklicken/antippen) wurde das Tagesevangelium vom Gleichnis der Diener mit den Talenten ihres Herrn (nach Markus) auch schauspielerisch dargestellt, während es gelesen wurde.

 

Als der Reisende mit seinem Trolley wieder zurückkam, lobte er die zwei Diener, die seine Talente verdoppelt hatten und ließ den letzten Diener, der sein Talent vergraben hatte, wütend hinauswerfen,  nachdem er ihm das eine Talent auch noch weggenommen hatte.

Was will uns Jesus mit diesem Gleichnis mitteilen? Egal welche und egal wie viele Talente du hast, ruh dich nicht auf ihnen aus, sondern bemühe dich, sie weiterzuentwickeln. Es gab und gibt viele Menschen mit tollen Talenten, eine davon ist unsere Kirchenpatronin, die heilige Mutter Teresa. Sie hatte unter anderem das Talent, Armen zu helfen, hat sich nicht drauf ausgeruht und immer mehr Orte geschaffen, an denen  sie für Notleidende gesorgt hat.

Sie hat auch den wunderschönen Satz gesagt „Der Friede beginnt mit einem Lächeln“. Diesen Satz nahmen wir zum Ende der Predigt dann zum Vorbild und Anlass, um eine „Lächel-Kette“ in der Kirche zu bilden. Jeder lächelt zwei andere Mitfeiernde an, bis zuletzt eine Kirche voller lächelnder Menschen entstand.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde zu einer wie gewohnt perfekt organisierten Agape geladen, bei der die Kinder noch mit unserer Pastoralhelferin Sonja Reeh viele unterschiedlichst gestaltete Drachen basteln konnten, während die Eltern sich bei Suppe, Würsteln, Palatschinken und allerlei Kuchen gut unterhalten haben.