Kindermesse: Ein Samen der Liebe

Wie aus einem Herz voll von Müll, 
von Sorgen und Nöten
ein Herz voller Liebe
und Barmherzigkeit wird,
erfuhren die Besucher der Kindermesse am Sonntag nach Ostern.

von Christine Szedenik

Fotos: Rafael Riedler



Der Sonntag nach Ostern stand in Baumgarten ganz im Zeichen der Kinder. Viele waren gekommen und erlebten eine Messe voller Überraschungen. Das kreative Vorbereitungsteam hat sich für diese Kindermesse nämlich viel einfallen lassen. Schon beim Betreten der Kirche kann man an einigen Stellen Müll entdecken: leere Getränkedosen, PET-Flaschen, Altpapier, Steine, Bio-Müll … waren - zum Glück auf Plastikfolien - kunterbunt durcheinander gelagert. Vor den Altarstufen liegt ein großes Herz gefüllt mit Erde, auch darin einiger Abfall. Zu ihrer Beruhigung werden die Messbesucher gleich aufgeklärt: der Frühling kommt, wir alle wollen eine aufgeräumte Wohnung, wir wollen unseren Müll entsorgen. Und so dürfen die Kinder gleich einmal durch die Kirche laufen, den Müll einsammeln und in dafür vorbereitete Kübel geben. Das macht ihnen sichtlich Spaß!

Aber nicht nur unsere Wohnungen und Häuser, nein, auch unsere Herzen sollen wir "aufräumen" und frei machen von Sünden, Sorgen und Ängsten, sollen sie frei machen für Jesus, seine Liebe, seine Barmherzigkeit, seine frohe Botschaft.

Die entsprechenden Kyrierufe, bei denen um das Erbarmen und Verzeihen Gottes gebeten wird,  bringen die Kinder souverän vor.

Jesus möchte Samen der Liebe und Barmherzigkeit in uns einpflanzen, dafür braucht er ein reines Herz. 
Um das Ganze zu veranschaulichen, dürfen die Kinder nun in das große Herz vor dem Altar ein paar Blumenzwiebeln einsetzen. Dazu erklärt "Gärtner" Thomas Theiner,  dass mit Wasser, Sonne und der richtigen Pflege nach einiger Zeit schöne Blumen wachsen würden. Auch wir brauchen Geduld und Ausdauer, um die Liebe Gottes in uns wachsen und reifen zu lassen, und 
sie dann an unsere Mitmenschen weitergeben zu können.  

 Das Evangelium vom ungläubigen Thomas wird an diesem Sonntag ausnahmsweise in verteilten Rollen vorgelesen, ein Novum, das gut ankommt und die Aufmerksamkeit der Kinder erhöht.

In der Predigt weist Kaplan Pawel Marniak dann darauf hin, dass Jesus immer wieder betont: „Fürchtet euch nicht! Ich lebe, ich bin

da, ich lass euch nicht im Stich, auch wenn ihr mich nicht seht. Geht hinaus und erzählt allen von meiner Lieben, von meiner Barmherzigkeit!“ Und dieser Aufruf, diese Ermutigung gilt auch uns, ist auch sein Auftrag an uns heute.

Zum Zeichen der Liebe und der Freude darüber, dass Jesus lebt, dürfen die Kinder dann bunte Blumen und rote Herzen nach vorne bringen. Mit den Herzen wird das „Tor der Barmherzigkeit“ geschmückt, das wieder aufgestellt worden war, die Blumen zieren den Altarbereich. Ein bunter, hübsch anzusehender Garten entsteht.

 

 Wie sehr sie von der Barmherzigkeit und dem Geist Gottes erfüllt sind, stellen die Kinder bei den spontanen Fürbitten unter Beweis,

alle wichtigen Anliegen und Intentionen werden vorgebracht, keine Not wird vergessen.

Den musikalischen Rahmen gestaltet eine kleine, aber feine Gruppe, die bei der Auswahl der Lieder Bedacht darauf nahm, dass den Kindern nicht langweilig wird. Gekonnt machen die Kinder die vorgezeigten Bewegungen nach und bringen damit so richtig Schwung in den Gottesdienst. Am Ende der toll gestalteten Messe darf sich noch jedes Kind zur Erinnerung eine kleine Schachtel in Herzform mit einem Bild des barmherzigen Jesus und ein Päckchen Kressesamen mit nachhause nehmen.