"Mirjam" im Steinbruch


Ein Bus mit 48 Mitgliedern unserer Pfarrfamilie fuhr zu den Passionsspielen nach St. Margarethen. 

von Gabi Moritz
Fotos: Sonja Reeh, Gabi Moritz



Elisabeth Beneder und Christine Szedenik - das "Reisebüro" unserer Pfarre mit einer "Filiale" in jeder Teilgemeinde organisieren immer wieder großartige Reisen und Tagesausflüge. So auch am Samstag nach Fronleichnam, an dem sich ein ganzer Bus voll Damen und Herren aus unserer Pfarre, begleitet von Pfarrer, Pastoralassistentin, Seminarist und Mesnerin, aufmachten, um die Passionsspiele in St. Margarethen im Burgenland zu erleben.

Es war eine großartige Veranstaltung in einer herrlichen Kulisse bei perfektem, leicht bewölktem Freiluftbühnenwetter.

Heuer sind die Passionsspiele im Steinbruch 100 Jahre alt. Es war 1926, als der damalige St. Margarethener Pfarrer und der Jugendleiter auf dem Bauernhof des Jugendleiters das erste Mal die Geschichte von Leid, Tod und Auferstehung Christi szenisch darstellen ließen. 


Mittlerweile dient als Kulisse der Römersteinbruch, der auch vielen von den sommerlichen Opernfestspielen bekannt ist. Passionsspiele gibt es in St. Margarethen alle fünf Jahre und der ganze Ort von Jung bis Alt ist für acht Wochenenden auf den Beinen, um als Darsteller*innen, "Volk"  und helfende Hände mitzuwirken. Ein großer Teil der Einnahmen wird für pfarrliche und wohltätige Zwecke verwendet.

Das Textbuch wird immer wieder neu verfasst und den aktuellen Fragen der Menschen angepasst.

 

Heuer hat Spielleiter und Margarethener Pfarrer Dr. Richard Geier die Sichtweise der Maria Magdalena gewählt. In "Mirjam - Stark wie der Tod ist die Liebe" blicken Maria Magdalena - genannt Mirjam, die Gottesmutter Maria, Johannes und Lazarus nach 20 Jahren in Ephesos auf die Ereignisse mit Jesus zurück. Johannes schreibt gerade mit Mirjams Hilfe an seinem "Bericht" und Mirjam lässt uns an ihren Erinnerungen mit und Gedanken über Jesus, die tief in ihrem Herzen aufbewahrt sind, teilhaben. 

 

Auch Lukas kommt in Ephesos vorbei, um sich von der Gottesmutter persönlich den Beginn des Lebens Jesu erzählen zu lassen.

 

Großer Raum wird der Liebe zwischen Jesus und Mirjam gewidmet, jedoch ohne daraus eine "Romanze" zu machen. Mirjam betrachtet und beurteilt viele Geschehnisse mit den Erfahrungen einer Frau - einer Frau vor 2000 Jahren. 

 

 

Manche Inhalte aus "Mirjam" sind wir aus den biblischen Erzählungen ein bisschen anders gewöhnt, was aber der Stimmigkeit des Stückes keinen Abbruch tut.


Beeindruckend war der Schluss: Nach der Begegnung des Auferstandenen mit Mirjam stimmten alle Darsteller*innen und das Publikum gemeinsam "Großer Gott wir loben dich" an.  Definitiv ein Gänsehaut-Abschluss!

 

Ich bin per Zufall in diese Reise zu den Passionsspielen hineingerutscht und jetzt sehr dankbar, dass ich das einmal erleben durfte. Danke auch an Elisabeth Beneder, die uns im Bus und vor Ort souverän begleitet hat!