Nur an wenigen Sonn- oder Feiertagen findet in unserer Pfarre nur ein Messe für beide Gemeinden statt. Am Donnerstag, 4. Juni war es wieder einmal der Fall, es war "Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi".
Text: Manfred Kainrath
Fotos: Yvonne Schröder, Manfred Kainrath
Wenn es für unsere beiden Teilgemeinden nur eine gemeinsame Messe gibt und diese für die Baumgartner um eine Stunde zu früh beginnt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass unsere Pfarre Fronleichnam, das ist nämlich die übliche Bezeichnung für "Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi", was soviel heißt wie "Hochfest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi" und ist die offizielle liturgische Bezeichnung dieses Festes, feiert.
Fronleichnam hat nichts mit einer Leiche zu tun, auch nichts mit frönen (wem oder was auch immer), weil es dieses Fest aber schon sehr lange gibt, rührt sein Name vom Mittelhochdeutschen
her und bedeutet daher etwas ganz anderes.
Aus den beiden Worten "vrône" (neudeutsch "des Herrn") und "Licham" (was soviel wie "der Leib" bedeutet), ergibt sich zusammengesetzt das Fest des Leibes des Herrn.
Das ist auch schon ziemlich nah am oben erwähnten offiziellen liturgischen Namen.
Seinen Ursprung hat Fronleichnam in einer Vision von Juliana von Lüttich im Jahre 1209, zum offiziellen kirchlichen Fest wurde es durch Papst Urban IV im Jahr 1264.
Wenn wir dieses Hochfest feiern, sind seit Ostern genau 60 Tage vergangen. Und weil am Gründonnerstag in der Karwoche wegen des stillen Gedenkens an Christi Leiden kein fröhliches Feiern möglich ist, wird Fronleichnam theologisch auch als freudiges Nachfeiern der Einsetzung der heiligen Eucharistie.
Nicht nur deshalb ist es eines der wichtigsten Hochfeste in unserer Kirche, das uns an die dauerhafte Gegenwart Jesu Christi in unserer Kirche erinnern soll.
Das Hochfest wurde dieses Jahr in der Baumgartner St.-Anna-Kirche gefeiert. Seit der Gründung der Pfarre Heilige Mutter Teresa findet Fronleichnam-Messe immer abwechselnd einmal in der Gemeinde Baumgarten, im darauf folgenden Jahr in der Gemeinde Obergarten statt.
Die Prozession erfolgt dann immer zur jeweils anderen Gemeinde.
Wie bei unseren gemeinsamen Messen schon Tradition, wurde diese von einem Zusammenschluss von Musikern beider Gemeinden gestaltet, auch die Minis waren - leicht erkennbar an den unterschiedlich Gewändern - kamen von O und nur BG.
In der Predigt zog unser Pfarrer den Vergleich, dass wir uns gerne bei verstorbenen Verwandten auch an ihre wunderbaren Kochkünste erinnern, wie gut war das einfachste Mahl, wenn es nur die Oma oder die Mama zubereitet hat. Da war was drinnen, was kein Rezept der Welt beschreiben kann. Bedingungslose Liebe.
So ist es auch mit Jesus. Mehl, Wasser und ein wenig Feuer, das wohl einfachste Essen, das man sich vorstellen kann, erwählte Christus für seinen eigenen Leib und trotzdem ist dieses Fladenbrot
durch die Eucharistie etwas so Besonderes, was durch keinen Kaviar, Tafelspitz oder Apfelstrudel übertroffen werden kann.
Denn es enthält, es ist Jesus Christus in seiner Gestalt.
Ein sehr netter Vergleich, der auch zum Schmunzeln einlädt, war auch der, dass egal ob man die Bibel oder den Kühlschrank öffnet, es ist immer etwas Brauchbares zu finden.
Aber letztendlich kam unser Pfarrer noch auf unserer Aufgabe zu sprechen, auf das, was wir glauben, und da vor allem die Gegenwart Christi in der heiligen Kommunion in die Welt, oder
zumindest mal in unser Pfarrgebiet hinauszutragen.
Nach der Aussetzung des Allerheiligsten in unserer wunderschön geschmückten Monstranz, wurden noch Träger für den Himmel gesucht und gefunden.
Die Strecke bis zum Altar im Casino-Park trug unser Kaplan Moses den Leib unseres Herrn durch die Linzer Straße.
Für die Sicherheit aller Prozessionsteilnehmer*innen sorgte neben unseren lieben Freunden aus dem Innenministerium mit Blaulicht unser bewährtes Team Jesu in ihren gelben Sicherheitsjacken, das
den Verkehr - geschult durch jahrelanger Erfahrung - stets sicher im Griff hatte, egal ob Straßenbahn, Auto oder Motorrad.
Bei der Andacht im Casino-Park hörten wir weiter eStellen aus der Schrift und Fürbitten.
Danach ging es weiter Richtung Baumgartner Spitz, beziehungsweise zur Kirche Zu den vier heiligen Evangelisten. Vier neue, frische Kräfte an den Himmelspfeilern sorgten dafür, dass Pfarre Pawel,
der die Monstranz übernommen hatte, diese geschützt zum letzten Altar direkt vor der Kirche bringen konnte.
Während des gesamten Weges wurden Blumen gestreut, Glocken und Glöckchen geläutet und vor allem gesungen.
Dort angekommen, wurden die letzten Schriftstellen Und Bitten an Jesus vorgetragen, im Hintergrund hörte man jedoch bereits das Brutzeln der Würste, die, wie die gesamte Agape von einem
einsatzfreudigen Team für alle Festteilnehmer*inner liebevoll hergerichtet wurde.
Die Kinder konnte gleich in der Hasenstall abbiegen, nein Oberbaumgarten hat keinen Streichelzoo bekommen, so hieß vielmehr die Hüpfburg, die zur Freude unserer jüngsten bereits auf sie
wartete. Was den Kindern der Hasenstall, war den älteren die Käsekrainer, der Kuchen, das eine oder andere Getränk, aber auch die angenehme heitere Gesellschaft bei sonnigem Wetter.




































































































