Mit der Gründonnerstagsmesse startet das österliche Triduum und erinnert uns an Botschaften, die heute so aktuell sind wie selten zuvor.
von Martin Erhard-Kainz
Fotos: Martin
Erhard-Kainz, Wolfgang Ehrendorfer
Die Gründonnerstagsmesse, die heuer in Oberbaumgarten von unserem Pfarrer und in Baumgarten von Kaplan Mgimiloko zelebriert wurde, eröffnet das österliche Triduum, also die drei heiligsten Tage des Kirchenjahres. Sie erinnert an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern und an die Einsetzung der Eucharistie und des Priesteramts.
Sieht man sich die Geschichte und die Botschaft des Gründonnerstags genauer an, wirken diese überraschend nah an unserer Zeit.
Nach der Predigt erfolgt durch die beiden Priester bei mehreren Pfarrmitgliedern die traditionelle Fußwaschung. Wenn Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, zeigt er eine Art von Stärke, die nichts mit Machtspielen oder Drohgebärden, wie wir sie heute von so manchen Despoten in der Welt sehen, zu tun hat. Gerade heute, wo die Welt an so vielen Fronten brennt, erinnert diese einfache Geste daran, dass echter Frieden dort beginnt, wo Menschen einander dienen, statt sich zu bedrohen.
Trauen wir uns dieses „Dienen“ an uns auch anzunehmen, unterstreicht unser Diakon in seiner Predigt in Baumgarten.
Auch das gemeinsame Abendmahl, die Eucharistie, bekommt in unserer Gegenwart eine neue Bedeutung. Während Konflikte und Polarisierung immer weiter wachsen, steht dieses Ritual dafür, dass Miteinander uns stets weiterbringt als Aus- und Abgrenzung.
Und dann ist da diese besondere Stille nach dem Gloria, wenn die Glocken verstummen. Eine Stille, die vielen Menschen vertraut vorkommt. Sie klingt wie der Moment nach einer schlechten Nachricht, wie die Unsicherheit unserer Tage. Aber sie ist keine hoffnungslose Stille, sondern eine, in der etwas Neues entstehen kann und, wie wir wissen, auch wird.
Nachdem die Hostien für die Karfreitagsmesse weggebracht wurden, wird danach am Ende der Messe das Allerheiligste an den „Ölbergaltar“ übertragen. Die Pfarrgemeinde folgt den Priestern hin zum Altar, um dort zu singen und zu beten. Wir erinnern uns an die Nacht, in der Jesus voller Angst wach blieb. Dieses Bild passt gut zu all jenen, die heute nicht zur Ruhe kommen, weil Kriege, Unsicherheit oder Sorgen sie beschäftigen. Aber gerade unser Glaube sowie unser Miteinander stützt uns in solchen Situationen.
Und am Ende steht der leere Altar: schlicht, verletzlich, ohne jeden Schmuck. Ein Bild dafür, wie fragil unsere Welt ist und gleichzeitig ein Hinweis darauf, dass gerade aus dieser Verletzlichkeit neue Kraft wachsen kann.
So gesehen erzählt Gründonnerstag nicht nur vom Beginn des Leidenswegs Jesu. Er erzählt auch von unserer Sehnsucht nach Frieden und davon, dass Hoffnung manchmal genau dort beginnt, wo wir einander die Hand reichen und gemeinsam unseren Glauben leben.





























