Ein feuchtkalter Palmsonntag eröffnete die Karwoche in unserer Pfarre. Thematisch standen Frauen und Tiere im Zentrum der Gottesdienste.
von Gabi Moritz
Fotos: Wolfgang Ehrendorfer,
Jan Nawratil
Ausgerechnet am Tag nach der Sommerzeitumstellung fühlen sich die Außentemperaturen wie 0 Grad an und es nieselt. Ist eine Palmweihe im Freien mit Prozession zu den Kirchen machbar?
Unsere beiden Teilgemeinden beantworten diese Frage unterschiedlich. Die Prozessionen finden aber auch zu unterschiedlichen Uhrzeiten statt.
In Oberbaumgarten geht man gleich zur feierlichen Palmsonntagsliturgie über. Pfarrvikar Wolfgang Unterberger betont die „weibliche Note“ der heutigen Matthäus-Passion: Er ist der einzige Evangelist, der gleich mehrere Frauen in der Passionsgeschichte auftreten lässt: Jesus Mutter und Jüngerinnen, die Jesus bis unter das Kreuz und zum Grab begleiten: Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus sowie die „andere“ Maria.
In Baumgarten trotzt man dem feuchtkalten Wetter. „Der Himmel segnet schon von oben und nun kommt noch mehr Wasser dazu“, scherzt Pfarrer Pawel Marniak, bevor er mit dem Weihwasserwedel recht verschwenderisch Weidenkätzchen, Frau, Mann und Tier segnet. Ja, auch „Tier“, denn euch heuer begleitet wieder die Eselin Malta die Prozession vom Haus Gustav Klimt zur Pfarrkirche St. Anna.
Dank der kindgerechten Passionslesung, während welcher die Kinder in der Kirche eingeladen wurden, aus einer Sammlung an Papierfiguren jeweils die zur Schriftstelle passende hochzuhalten, begegnet uns ein weiteres biblisches Tier in großer Anzahl: der Hahn.
Er hat durch sein dreimaliges Krähen nicht nur Petrus seinen Verrat hörbar „vor Ohren“ geführt, sondern es damit auch auf so manche Kirchturmspitze geschafft. „Obwohl Jesus von seinem Freund Petrus verleugnet wurde, hat er ihm diese Schwäche verziehen und ihn sogar zu seinem Nachfolger, zum allerersten Papst gemacht.“ Und plötzlich erinnert uns der Hahn an eine starke, unerschütterliche Freundschaft.
„Maria Magdalena folgte Jesus bis unter das Kreuz. Sie war eine sehr mutige Frau. Auch Hähne sind mutig, sie verteidigen ihre Hennen am Hof auch gegen Tiere, die viel größer sind als sie selbst!“, erfahren wir weitere Details über das Federvieh.
Wenn wir das nächste Mal einen Wetterhahn auf dem Kirchturm sehen, dann denken wir daran:
Der Hahn erinnert uns an Mut und Freundschaft, starke Frauen und große Treue.



















































































































