Es war einiges los in Baumgarten am
4. Fastensonntag, auch Laetare genannt. Der Grund zur Freude war mannig-faltig, eine rosa Brille war da gar nicht notwendig, es genügte das rosa Messgewand.
von Manfred Kainrath
Fotos:
Manfred, Kainrath, Gabi Moritz
Eigentlich begann die Freude ja schon am Samstag davor, als vier Kinder aus der Erstkommunionsvorbereitung getauft wurden.
Diese Vier waren am Sonntag dann Ehrengäste in der Messe am Freudensonntag.
Manch ein Messbesucher wunderte sich zudem über die enorme Anzahl an „Minis“, wie unsere Ministranten liebevoll genannt werden.
Nicht nur die Anzahl war beeindruckend, teilweise auch das Alter. In die große Menge an Minis mischten sich auch drei „Maxistranten“, sozusagen bereits pensionierte Diener*innen am Altar, die für den heutigen Tag in den Dienst zurückkehrten. Dafür gab es natürlich einen wichtigen Anlass und der ist der zweite Grund zu großer Freude:
Nicht nur 4 Neugetaufte, sondern gleich doppelt so viele „neue“ Minis waren die Stars der Sonntagsmesse, die am 4. Fastensonntag auch den Beinamen „Laetare“ (lat. „sich freuen“) trägt.
Wenn mehr als die Hälfte der Fastenzeit, der Vorbereitung auf die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, vorüber ist, so ist dies Anlass genug, sich zu freuen, und das ist der eigentliche Grund für die heutige liturgische Farbe Rosa.
In der Lesung (1 Samuel 16) wurde aufgezeigt, dass es nicht immer die körperliche Stärke ist, die für ein hohes Amt qualifiziert, – in diesem Fall ging es immerhin um die Position des nächsten Königs – sondern, dass manchmal die Kleinsten, Jüngsten und Unscheinbarsten ausgewählt werden, wie es dem kleinen David passierte. Diese Geschichte wurde von den Kindern während des Vorlesens liebevoll dargestellt.
Nach dem Evangelium kam dann ein großer Augenblick für acht neue Minis, noch erkennbar an den grünen Bändern, an denen sie ihre Kreuze um den Hals trugen. In der Zeremonie der Aufnahme wurden diese Kreuze nun symbolische gegen die „offiziellen“ (mit Lederband) getauscht und danach erhielt jede*r der neu Aufgenommenen einen persönlichen Segen von unserem Pfarrer.
Begleitet wurde die Segnung im Hintergrund von dem Lied "Schutzengel", das unsere Kindermessen-erprobten Singvögel intonierten, die die Messe wie immer mit großem Bravour musikalisch gestalteten.
Nach einem Foto mit den „Neuen“ bildete sich vor dem Volksaltar der Chor der Minis aus Groß und Klein, Alt und Jung, die unter der mitreißenden Leitung des Oberministranten den Ohrwurm „Ministrieren macht mich stark“ zum Besten gaben. Unter dem spontanen Applaus der Mitfeiernden kehrten sie wieder in den Altarraum zurück, um den Gottesdienst fortzusetzen.
Beim gesungenen „Vater unser“ wurde diesmal unser Altarraum fast zu klein, so viele Minis und Kinder drängten sich einem Kreis/Oval/oder was auch immer um den Altar und unseren Pfarrer.
Nach der persönlichen Segnung unserer vier Neugetauften ging das Volk zur Kommunion und bald danach setzte unser Pfarrer Pawel zu den Verlautbarungen an, die weitere Gründe für den heutigen Freudentag enthielten. Unsere wunderbare Rieger-Orgel begleitete dann die Messbesucher mit mächtigen Klängen in Richtung Pfarrsaal.
Nach einem ausgiebigen Foto-Shooting der Minis, Pfarrer mit den Neuen, der Neuen mit ihren Leitern und ihrer Leiterin (und natürlich dem Pfarrer), und schließlich allen heute anwesenden Mini- und Maxistranten rund um unseren Herrn Pfarrer war es dann so weit, fast alle begaben sich ins Pfarrheim.
Startete doch bereits um 10:00 Uhr vormittags der diesjährige Ostermarkt. Unsere fleißigen Damen und Herren hatte wieder viel selbstgemachte Osterdekoration, kleine Geschenke und Naschereien in vielen Stunden aufopfernder Arbeit hergestellt, natürlich durften auch die Palmkätzchen nicht fehlen und der Verein „Rettet St. Anna“ hatte aus diesem Anlass noch einmal die Münzprägemaschine angeworfen und eine neue Auflage der beliebten, goldenen und vor allem sehr köstlichen St.Anna-Taler produziert.
Viele der Blumenkinder, Flaschenhasen, geschmackvoll bemalten Ostereiern, der Bockerlküken und/oder der selbstgemachten Marmeladen wechselte an diesem Tag den Besitzer. Mit den Neuerwerbungen in der Tasche wurde dann meist noch die warme Küche genutzt und bei gemütlichem Zusammensein Mittag gegessen und bis spät in den Nachmittag hinein geplaudert.
Auch das Nachspeisen Buffet konnte sich sehen lassen. Zahlreiche Osterkuchen, Rouladen und Striezel sorgten für einen kalorienreichen Wohlgenuss bei Kaffee und Kuchen zum Abschluss eines gelungenen Mahls.
Das war aber noch immer nicht alles an diesem Sonntag. Während man sich im Pfarrheim beim Ostermarkt mit Frittaten- oder Backerbsensuppe und hervorragenden Fleischlaberl mit Erdäpfelpüree labte, feierten unsere Jungscharkinder mit ihren Leiterinnen und Leitern ihr Osterfest.
Sie bastelten Kluppentiere und anderen österlichen Schmuck oder versuchten sich in der Eierlauf-Zeitliste ganz vorne einzutragen. Verwunderlich daran war, dass sich die Eier bei näherem Hinsehen als Erdäpfel entpuppten, warum bloß? Zwischen den einzelnen Aktivitäten konnten sie sich am Jungschar-Buffet stärken um dann zur nächsten Station weiterzuziehen.
Ja, es war viel los an diesem Sonntag, aber auch der geschäftigste Tag ging irgendwann einmal zu Ende und hinterließ viele Mädchen, Burschen, Frauen und Männer voller Freude,
also ein gelungener Freudensonntag.












































































