Wenn die letzten Silvesterböller (endlich) verklungen sind, beginnt die Zeit der Könige und Königinnen. Wie in ganz Österreich waren auch bei uns wieder viele kleine Weisen aus dem Morgenland unterwegs, um mit Liedern die frohe Botschaft zu verkünden und Spenden für Bedürftige zu sammeln.
von Manfred Kainrath
Fotos:
diverse königliche Berichterstatter
Es wurde uns bereits bei der Krippenfeier am 24. Dezember offenbart, als drei königlich Gewandete auf ihren Kamelen zur Krippe des Neugeborenen ritten, die Weisen aus dem Morgenland sind wieder unterwegs.
Wie entstand eigentlich dieser Brauch?
Die Tradition:
(Quelle und weiterführende Infos: https://www.dka.at/)
Die Bibel berichtet von „Sterndeutern aus dem Osten“, die der Stern von Bethlehem zur Krippe geführt hat. Sie brachten dem neu geborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe – Geschenke für ein Königskind.
In Erinnerung an diese erste Huldigung des Messias entwickelte sich ab dem Mittelalter der Brauch des Sternsingens: Männer kleideten sich wie Könige, zogen einem Stern folgend von Haus zu Haus und verkündeten singend die Geburt Christi.
Die beliebte Neujahrstradition überlebte die Jahrhunderte und wurde 1954 von der Katholischen Jungschar aufgegriffen und mit neuer Bedeutung versehen. Es wird nicht nur die Botschaft verkündet, sondern auch für viele Hilfsprojekte gesammelt.
Die Organisation:
(Quelle und weiterführende Infos: https://www.dka.at/)
Die Dreikönigsaktion (DKA) ist das Hilfswerk der Katholischen Jungschar in Österreich.
Seit der Gründung setzt sie sich leidenschaftlich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen, für ein Leben in Würde für alle Menschen, weltweit ein. Ihre Vision ist eine gerechte Welt, in der alle Menschen in Würde leben können.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist die DKA auf die Unterstützung großzügiger Spenden angewiesen.
Die Dachorganisation unterstützt die Jungschar Gruppierungen der österreichischen Pfarren bei der Organisation und Durchführung. Sie stellt das Material zur Verfügung und sorgt für den reibungslosen Ablauf von Spendenübergaben und berichtet über die Ergebnisse.
In diesem Jahr gehen die Spenden nach Tansania:
Dort kämpfen viele Familien täglich ums Überleben. Dürren, Armut und fehlende Bildungsmöglichkeiten treffen besonders die Kinder.
Die Spenden unterstützen nachhaltige Landwirtschaft, damit Felder wieder genügend Nahrung liefern, fördern Gemüsegärten und gesunde Mahlzeiten für eine bessere Entwicklung der Kinder.
Dank der Unterstützung können Kinder gesund aufwachsen und ein Leben in Würde führen.
Berührend ist auch die Lebensgeschichte der kleinen Graciana:
„Ich heiße Graciana und bin 12 Jahre alt. Ich habe meine Mama früh verloren. Mein Vater ging weg. Zum Glück hat mich Mama Laurensia aufgenommen. Sie ist wie eine richtige Mutter für mich. Doch Laurensia wurden ihre Kühe weggenommen und dann kam auch noch die Dürre. Wir waren oft hungrig. Ich konnte nicht mit der Schule beginnen, weil kein Geld da war. “
Heute ist Gracianas Leben zum Glück ein anderes. Durch die Unterstützung der Partner*innen der DKA in Tansania bekam Laurensia Bananenpflanzen und Samen für Bohnen und Gemüse.
Was damit geschah, bzw. die ganze Geschichte von Graciana könnt ihr hier nachlesen:
https://www.dka.at/spendenprojekte/spenden-tansania-hoffnung
Die Durchführung:
Die Sternsinger sind jedes Jahr in ganz Österreich zwischen Silvester und dem 7. Jänner unterwegs, das ergibt die beeindruckende Anzahl von 170.000 kleinen Füßen, die landauf landab die Botschaft verkünden und mithelfen, die Not, diesmal speziell in Tansania, zu lindern. Apropos "mithelfen“, mit den kleinen Füßen laufen noch 60.000 größere Füße als/für Begleitung, Versorgung, Transport und was sonst noch so alles benötigt wird, mit.
In unserem Pfarrgebiet waren es nicht ganz so viele, aber auch bei uns war eine große Schar an Kindern und Begleitenden unterwegs.
Mittlerweile sind die Weisen auch schon im Digitalen Zeitalter angekommen, es gibt tatsächlich eine DKA-App, mit der man die Routen planen, Begleitpersonen einbinden, und vieles mehr organisieren kann. Das schont die Nerven der Beteiligten und die Umwelt, weil Berge von Papier gespart werden können.
Und nicht nur das, wer sich einen Besuch an einem bestimmten Tag in einem bestimmten Zeitfenster wünschte, der hatte die Möglichkeit, diesen Wunsch auf unserer Pfarr-Homepage zu deponieren. Die meisten davon konnten auch erfüllt werden.
Es wurden aber nicht nur Familien in ihren Wohnhäusern besucht, nein, einige Gruppen besuchten die Menschen, die in den Heimen unseres Bezirks leben und versorgt werden. Für diese war der Besuch der Weisen aus dem Morgenland ein berührendes, freudiges Erlebnis.
In klirrender Kälte stand eine andere Gruppe vor einem Supermarkt, wieder eine andere bei einer Straßenbahn Station.
Ein Team mit etwas älteren Königen und Königinnen machte sich sogar eines Abends auf den Weg und klapperte die Gastronomie des Pfarrgebiets ab, auch dort erfreuten sich sowohl die Gäste als auch die Lokalbesitzer über den unerwarteten Besuch.
Der Abschluss:
Auch wenn danach noch weiter gesungen und gesammelt wurde, ist die Messe am 6. Jänner, dem Fest der Heiligen Drei Könige alljährlich der offizielle Abschluss der Aktion.
Die Könige und Königinnen waren ein wichtiger Teil der Messe, teilweise waren sie auch Minis und sie erklärten während der Predigt, wie groß die Aktion ist (die größte Spendenaktion Österreichs, größer noch als "Licht ins Dunkel") und wofür speziell in diesem Jahr gesammelt wurde.
Es war auch im 72. Jahr des Bestehens der Dreikönigsaktion wieder ein voller Erfolg.
Hier das Ergebnis:
Ein herzliches Vergelt’s Gott den Spendern und vor allem den Sammlern !!!
Nicht ganz so lang wie die DKA besteht auch unser Verein „Rettet St. Anna“. Er ist heuer aber auch schon stolze 32 Jahre geworden und feiert mit der Teilgemeinde Baumgarten traditionell am 6. Jänner seinen Gründungstag. Einen innigen Dank an alle, die sich für diesen Verein engagieren und damit zur Erhaltung unserer Pfarrkirche ein großes Stück beitragen.
Zum Gold der 3 Könige konnte man nach dieser Festmesse noch das Gold von St. Anna erstehen, den köstlichen RSA-Schokoladentaler, eigens gefertigt von einer renommierten Confiserie, und sich bei Punsch und Lebkuchen aus Mariazell ein wenig aufwärmen.


































































