Ein neuer Arbeiter im Weinberg Gottes

„Ich bin bereit!“ Mit fester Stimme bekräftigten Thomas Natek und seine fünf Kollegen am Samstag, 14. Juni im Wiener Stephansdom vor Kardinal Schönborn und der versammelten großen Gemeinde am Beginn des Gottesdienstes ihren Entschluss, Priester zu werden.

In seiner Predigt ging der Wiener Erzbischof dann auf das Evangelium ein, wonach die Ernte groß sei, aber es nur wenige Arbeiter gäbe (Mt 9, 37): "Die Weihe ist nicht ein Leistungsnachweis, sondern eine Gnade und eine Befähigung zu einem Dienst, den ihr nicht aus eigener Kraft tun könntet", so Kardinal Schönborn. "Ihr werdet sehen, dass es viele Menschen gibt, die darauf warten, dass der Herr Arbeiter in seine Ernte schickt, aber ihr werdet auch eine andere Erfahrung machen. Menschen werden sagen: 'Ich brauche keine Hilfe.'". Die eigentliche Erntearbeit bestünde darin, so der Erzbischof, in dieser Situation der Gleichgültigkeit, wo man nicht erwartet und nicht erwünscht wird, nicht als lästiger Störenfried, sondern mit der Liebe Gottes zu kommen. Nach der Predigt legten die angehenden Priester das Gehorsamsversprechen ab. Während der anschließenden Allerheiligen-Litanei, in der alle Heiligen um ihre Fürsprache gebeten wurden, lagen die jungen Männer ausgestreckt auf dem Boden.


Die eigentliche Weihe efolgte danach durch die Handauflegung und das Weihegebet des Bischofs. Durchhaltevermögen mussten die Neugeweihten im Anschluss beweisen, denn während sie am Boden knieten, gingen alle anwesenden Priester durch die Reihe und legten jedem von ihnen die Hände auf.


Nach dem Anlegen der priesterlichen Gewänder traten die Jungpriester zur Salbung der Hände vor den Bischof. Mit der Aufforderung, die Eucharistie so oft als möglich zu feiern und den Menschen Christus zu bringen, übergab er ihnen zum Abschluss der Weihezeremonie noch symbolisch die eucharistischen Gaben, d. s. Kelch und Hostienschale.


Den restlichen Gottesdienst, der wie gewohnt ablief, durften Thomas Natek und seine Kollegen dann erstmals als Priester mitfeiern.


Auch Stefan Schweiger, Seminarist, der bis Jänner in Baumgarten mitgewirkt hat und zurzeit ein Auslandssemester in Madrid verbringt, war extra angereist. Er bildete mit den anderen Wiener Priesterseminaristen, unter ihnen auch Lukas Rihs und Jürgen Krause, die Schola, die abwechselnd mit Musikgruppen aus verschiedenen christlichen Gemeinschaften für die schöne musikalische Gestaltung des Weihegottesdienstes sorgte.


Beim feierlichen Auszug sah man den Neupriestern ihre Freude und ihre Erleichterung deutlich an.


Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle zur Agape in den Hof des Erzbischöflichen Palais geladen, wo für die Baumgartner Delegation endlich die Gelegenheit zur Begegnung mit „ihrem“ strahlenden Neupriester Thomas Natek bestand.


Wir wünschen Thomas von ganzem Herzen Gottes reichen Segen für seinen Dienst als „Arbeiter im Weinberg des Herrn“.